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Cholangitis

Als Cholangitis wird die Entzündung der Gallenwege bezeichnet, innerhalb oder außerhalb der Leber. Die Gallenwege verbinden die Gallenblase mit dem Dünndarm. In den Leberzellen wird die Gallenflüssigkeit gebildet, die in der Gallenblase verdickt wird. Sobald der Körper Nahrung aufnimmt, wird die Gallenflüssigkeit über die Gallenwege in den Zwölffingerdarm transportiert. Die Gallensäure, die in der Gallenflüssigkeit enthalten ist, wird vom Darm benötigt, um die Fette in der Nahrung aufzuspalten und verdaulich zu machen. Die Gallenwege transportieren giftige Stoffe aus der Leber in den Darm, die im Anschluss mit dem Stuhl ausgeschieden werden.

In Deutschland leiden etwa 15 Prozent der Bevölkerung an Gallensteinen, die als Cholelithiasis bezeichnet werden. Durch die Bildung von Gallensteinen im Körper kann der Abfluss der Galle behindert werden. Dies erhöht das Risiko einer bakteriellen Infektion und kann eine eitrige Entzündung der Gallenwege zur Folge haben. Besonders übergewichtige Frauen ab 40 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für Gallensteine und erkranken zweimal häufiger als Männer.
Eine besondere Form der Krankheit ist die primär sklerosierende Cholangitis. Im Gegensatz zur akuten Cholangitis ist diese Form eine fortschreitende, chronische Entzündung der Gallenwege inner- und außerhalb der Leber und steht im engen Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen wie bspw. mit der chronischen Darmerkrankung. Die Erkrankung führt im Voranschreiten zu einer Vernarbung der Gallenwege bis hin zu einem Gallenstau, wodurch die Betroffenen oftmals im späteren Stadium an einer Leberzirrhose erleiden und eine Lebertransplantation unabdingbar wird.

Ursache

Die Ursache einer akuten Cholangitis sind zumeist Darmbakterien, die in die Leber aufsteigen.
Eine weitere Ursache können Gallensteine sein, die zu einer Verstopfung der Gallenwege führen und schließlich einen Gallensekretstau – manchmal bis in die Leber – verursachen, wodurch sich die Bakterien leicht vermehren können.
Die Ursache für eine primär sklerosierende Cholangitis beruht auf einem autoimmunen Entzündungsprozess, bei dem die Gallengänge chronisch entzündet sind. Die Erkrankung kann aber auch als Folge einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung auftreten.

Symptome

Die typischen Symptome bei einer akuten Cholangitis sind starke Schmerzen, die im rechten Oberbauch auftauchen und in ihrer Dauer und Intensität konstant sind. Zudem haben die Betroffenen häufig Fieber bis über 40 Grad und berichten über ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Ein markantes Merkmal der Krankheit ist auch, dass sich die Haut bei den Betroffenen nach einigen Tagen gelb verfärbt. Die Färbung resultiert aus dem Rückstau der Galle in die Leber. Bilirubin, ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, kann nicht mehr über die Galle ausgeschieden werden, tritt ins Blut über und setzt sich in der Haut und den Schleimhäuten ab. Neben der Gelbfärbung kann ein starker Juckreiz entstehen.
Ebenso wie die Betroffenen mit einer akuten Cholangitis leiden Menschen mit einer chronischen Cholangitis auch an einer Gelbfärbung der Haut, die mit einem starken Juckreiz verbunden ist. In 80 Prozent der Fälle erleiden die Patienten zusätzlich noch eine chronische Darmerkrankung. Typisch ist, dass die Krankheit in Schüben auftritt und Beschwerden wie Fieber, Oberbauchschmerzen und ein Schwächegefühl einsetzen.

Diagnose

Für eine sichere Diagnosestellung wird der Arzt neben der körperlichen Untersuchung Blutuntersuchungen, einen Ultraschall sowie eine endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie durchführen.

Behandlung

Die akute Cholangitis wird in der Regel durch bakterienbekämpfende Medikamente, meistens Antibiotika, behandelt. Die Patienten sollten mindestens 24 Stunden keine Nahrung zu sich nehmen, da die Nahrungsaufnahme zu einer Förderung der Verdauung und des Galleflusses führt. Neben den Antibiotika erhalten Betroffene Schmerzmittel und fiebersenkende Mittel, die den Schmerz in wenigen Tagen abklingen lassen. Beruht die Erkrankung auf einer Verstopfung der Gallenwege, müssen die Gallensteine entfernt werden.

Die Ursache einer primär sklesorisierenden Cholangitis kann momentan noch nicht behandelt werden, da es sich hierbei um eine Autoimmunkrankheit handelt. Im Vordergrund der Therapie steht die Behandlung der Gallensäureausscheidung.